Warum arbeiten wir mit Ziegen?

 

Ziegen sind neugierig, unberechenbar, wählerisch und außerdem wahre Kletterkünstler, die jeden Zaun auf Tauglichkeit testen. Einfach zu hüten sind sie demnach nicht.

Dennoch gehört die Ziege zu den ältesten Haustieren des Menschen, und nicht zufällig wurde Zeus in der Göttersage von der Ziege Almatheia aufgezogen. Ziegenmilch war die erste Tiermilch, die der Mensch zu sich nahm. Früher hielt in Österreich auf dem Land jede Familie eine Ziege. Auf Grund ihrer vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten (Lastentier, Fleisch, Milch) nannte man sie auch "die Kuh des kleinen Mannes". Die Hochleistungsrassen von Schwein und Rind verdrängten die Ziegen aber nach und nach aus den Hausgärten. Erst seit einigen Jahren feiern die Tiere wieder ein Comeback. In den USA boomen zB. "Packziegen-Trekkings" auf Elchjagden.

Diesen Aufschwung hat die Ziege in Europa auch der Landschaftspflege zu verdanken. Denn als "Überkopf-Äser" liebt sie Sträucher und Büsche und kann so wirkungsvoll die Verbuschung der Landschaft verhindern.
Auch die Stadt Wien hat das erkannt und hält beim Magdalenenhof eine Herde Ziegen zur Beweidung des Bisambergs, und seit 1993 auch am Rautenweg, um den "Berg aus Mist" von zu viel Bewuchs zu befreien.

Uns in der MECKEREI fasziniert vor allem der soziale Herdentrieb dieser Tiere, ihre Menschbezogenheit und die nie enden wollende Neugier. Ziegenkitze erinnern uns in ihrem Spielverhalten und dem Necken, Toben und Springen wahrscheinlich auch an Menschenkinder - was mit ein Grund sein könnte, warum gerade Kinder so einen Spaß an der Arbeit mit Ziegen haben.