MEINE TIPPS FÜR
DAS TRAINING MIT ZIEGEN

 


Verbringe von Anfang an möglichst viel Zeit mit deinen Tieren. Genauso wie du sie zuerst einmal kennen lernen musst in ihren Eigenheiten, und ihr Tun einschätzen lernen musst, so ergeht es auch den Tieren.
Sie können nur weitere Herdenmitglieder aufnehmen, wenn sie ihnen vertrauen können.


Wie gewinnt man nun das Vertrauen von Ziegen und übt Verhalten mit ihnen?

 

  1. Wie gesagt: Zeit ist dein Freund. Du kannst dich bei Ziegen einschmeicheln, indem du natürlich täglich ihr Futter bereit stellst, ihnen die Stellen kraulst, an die sie selbst nicht gelangen, aber das einfache daneben Sitzen beim Wiederkäuen kann schon Wunder bewirken. So machen es Ziegen untereinander doch auch! Studiere also die Kommunikation der Tiere untereinander und versuche, in "ihrer Sprache" zu sprechen. 

  2. Wenn du die Eigenheiten und Charaktere deiner Ziegen durch viel gemeinsame Zeit besser kennst, kannst du zukünftige Situationen mit ihnen viel besser abschätzen, du wirst sie nicht überfordern (zum Beispiel gehen bei mir nicht alle Tiere einzeln aus dem Gehege mit mir mit. Würde ich das von einer meiner Ziegen verlangen, die sich das nicht zutraut, würde ich ihr Vertrauen in mich womöglich (wieder) zerstören, und sie würde mich eine Zeitlang meiden.

  3. Trete immer souverän auf. Sollte euch im Gelände zum Beispiel ein Radfahrer oder Hundebesitzer entgegen kommen, gehe als erstes in der Herde auf diese zu, und schütze somit deine Tiere. Bleib unaufgeregt, denn die Ziegen werden beobachten, wie du dich in so einer potentiellen Gefahrensituation verhältst.

  4. Genauso verhält es sich mit dem Führen an sich. Wenn du weißt, wohin du möchtest, dich nicht so oft umdrehst, dann wirkst du viel zuverlässiger für die Ziegen, und sie folgen dir sicher eher, als wenn du zögerlich auf sie wirkst. Ziegen kommunizieren untereinander nicht durch Meckern, sondern über Körpersprache. Also, Schultern zurück und los geht's!

  5.  
  6. Zwinge die Tiere nie zu etwas! Am besten arbeitet man mit Ziegen, indem man so tut, als wäre das, was man von ihnen möchte, ihre eigene Idee gewesen. Da Ziegen sehr, wie ich immer sage, eitle Tiere sind, lieben sie Lob aller Art!! Egal, ob es Stimmlob oder Futterlob ist - Ziegen funktionieren viel besser mit positiver Verstärkung."Strafen" oder negative Konsequenzen solltest du vermeiden. 

  7. Damit wären wir auch schon bei meinem letzten Tipp:
    Ich persönlich halte es mit Leckerli so, dass ich sehr wohl auch mal welche verteile, aber stets mit Bedacht und sparsam. Wenn meine Ziegen etwas Neues lernen sollen, verwende ich (auch nicht immer) zu Beginn Leckerlis. Aber ich schleiche sie jedes Mal, wenn das Verhalten sitzt, wieder aus. Erstens habe ich keine Lust, jedes Mal an den Futterbeutel denken zu müssen, wenn ich auf die Weide gehe, und zweitens möchte ich nicht haben, dass ich lauter kleine Zirkusäffchen habe, die für jede Bewegung den Kopf nach einem Leckerli zu mir drehen. Wer mit Ziegen und leckerli arbeitet, sollte sich zuvor eingehend mit Verhaltenstraining und Futterlob beschäftigen und prinzipiell sehr konsequent sein.
    Bei gewissen Dingen MUSS man eine Ziege aber mMn mit Leckerli belohnen. Das ist zB der Rückruf im Gelände. Wenn eine Ziege, die einfach ein seeeehr futterliebendes Tier ist, anstatt am Baum weiter zu naschen, auf dein Rufen hört und zu dir kommt, dann muss man das einfach als Austausch mit anderem, natürlich super tollem, Futter belohnen. Was ich allerdings nie mache, ist Futter aus banalen Gründen zu verteilen, wenn die Ziege zB zurück geht, weil ich das Kommando „Zurück“ gebe, um vor der Tür wegzugehen. Dann hat sie ja auch etwas davon, dass sie zurück weicht - ich komme dann nämlich zu ihnen hinein, und das bedeutet ja ohnehin Action und Abwechslung.

    Ich hoffe, dieser kleine Guide hat dir etwas wweiter geholfen, und ich wünsche dir viel Spaß beim Training! 🐐 🫶